Rendsburg WS 4449

Rekoprojekt – Rendsburg I WS4449

18.02.2013

rendsburg_ws4449_fertig

Der Rendsburg I WS4449 war einst Uropas Stolz. Zwar gab es zu der Zeit, um 1949 schon UKW-Sender, sie waren jedoch noch nicht so gut verteilt wie heute und UKW-Radios waren ja um diese Zeit noch seltene Handelsware. Daher musst Uropa damals auf Mittel- oder Langwelle ausweichen. Als Reichsbahnangestellter hatte er nur wenig Geld und freute sich um so mehr, diese bescheidene Kiste kaufen zu können. Das Radio ist auch sehr klein, man konnte es neben Kaffeeflasche und Brotbüchse auch ohne grossen Aufwand mit auf die Arbeit nehmen. Es verbreitete in einsamen Nachtstunden Trost und Behaglichkeit in Uropas Schankenwärterhäuschen. Lange Zeit stand das Radio ungenutzt rum, weil kaputt und staubte nur ein. Nun wurde es wieder aufgebaut und bleibt im Bestand von Uropas Nachlasses, schöner antiker Möbel. Der Zustand des Radios war nicht sooo gut. Es musste viel gemacht werden. Nun spielt es wieder.

Dazu brauchte ich aber viel Geduld.

Was musste gemacht werden:

Alle Kondensatoren gewechselt, Verkabelung wegen bröseliger Isolierung erneuert, Heizvorwiederstand erneuert, Gehäuse aufgearbeitet und vom Asbest befreit. Chassis gereinigt, Scala wurde erneuert, Scalenlampe neu, Seilzug erneuert. Die Anschlussbuchsen Erde und Antenne wieder beschaltet. Eine Schaltungsänderung rückgängig machen, Uropa hat den Tonblendenschalter zum Umschalten von 110V auf 220V umbauen lassen. (Er hat das Radio manchmal mit auf Arbeit gehab und da war wohl oft nur 110V)

Noch einige Bilder bevor es los ging:

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Ersatzteile

Nun gut, mit Ersatzteilen sah es nicht so gut aus. Vom Rendsburg gibt es nicht mehr viele Exemplare, wenn, dann nur noch einzelne Sammlerstücke. Auf der Suche nach Teilen bin aber bei einem grossen „Kleinanzeiger“ fündig geworden. Ein Herr aus von „Weither“ bot ein Gerät zum Neuaufbau / Ersatzteilspender an, welches ich dann auch für sehr teuer und in äußerst üblen Zustand zugeschickt bekam. Aber einige wichtige Teile konnte ich noch „rauspreparieren“ so daß Uropas Radio wieder restauriert werden konnte. Das Gehäuse war verquollen und innen gab es schon einigen Mausfraß. Auch Bauteile wie R und C waren fast kompostiert. Aber die Scala, zwei Röhren und Heizvorwiederstand waren gut brauchbar. Das Spulenpacket werde ich gesondert restaurieren, ist soweit noch gut, weil bei Opas alle Spulenkerne zergriesgnaddelt sind und ich um einen Neuabgleich nicht herrum komme.

Hier noch Fotos vom Spender: (Einige weitere sind in Arbeit.)

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Röhren woher?

Auch Röhren für den Rendsburg bekommt man nur noch für teuer Geld bei einschlägigen Auktionshäusern. Habe per Sofortkauf bei einem solchen Haus einen ganzen Satz „NOS“-Röhren zusammengesucht. Das Schöne, die Röhren waren auch wirklich noch versieglt in den echten alten Packungen. Schade ansich das ich die Packungen aufmachen musste. Etwas später hab ich noch einen weiteren Satz zusammengegoogelt, der dann zwar gebraucht war aber nun auch im Gerät steckt und besser funzt als der alte Vorhandene.

Kondensator & Co

Kondensatoren bekommt man alle neu. Sind nicht teuer. Aber die E-Reihe hat sich ja bei den Herstellern über die Jahre geändert, daher gab es nicht die Grössen die man wirklich brauchte. Ähnliche, haben aber dann auch gut funktioniert.

Schaltpläne:

Ich habe im Netz verschiedene Schaltpläne gefunden. Die Versionen waren abhängig von den damaligen Seriennummern der Geräte. Für Uropas Radio gab es den vollkommen „Richtigen“ nicht. Habe erst gucken müssen welcher Serie das Radio entspricht. Sah ich an den verwendetet Bauteilen und der Verschaltung. Es gab einige Änderungen von Werk her und auch von Opa selbst gemachte. Die Schaltung entspricht im Heizkreis der Serie < 1101 und in den Stufen >1101. Die Siebung war überarbeitet und die Buchse „Erde“ wurde von mir mit Kondensator entkoppelt, da sie unter Umständen volle Netzspannung führte.